Bis Juni 2010, vor der Ratifizierung des IEEE-802.3ba-Standards, lag der Hauptvorteil des MTP®-Steckers in der Installationsgeschwindigkeit und der Reduzierung des Kabelverbrauchs. Der 802.3ba-Standard bot Herstellern einen Leitfaden für die Entwicklung von 40/100G-Ethernet-Projekten. Dieser Standard, der wohl eine der dynamischsten Veränderungen in der Verkabelungsinfrastruktur darstellte, forderte die Verwendung des MTP-Steckers (MPO-Bauform) für Multimode-Glasfaserverkabelung.
MTP / MPO – Ein Wendepunkt
Bevor ich Ihnen erkläre, warum das die Welt verändern wird, möchte ich zunächst den Unterschied zwischen MTP- und MPO-Steckverbindern erläutern. MTP ist ein gängiger Markenname für MPO-Steckverbinder . Anders ausgedrückt: MPO ist die offizielle Bezeichnung für diesen Steckverbindertyp, MTP hingegen ist ein sehr gebräuchlicher Markenname. Ähnlich wie „Pflaster“ und „Heftpflaster“.
Der Standard 802.3ba schreibt die Verwendung des MTP-Steckers in Multimode-Glasfaserverkabelungsinfrastrukturen vor. Hauptgrund hierfür sind die Kosten.
40- und 100-Gbit/s-Ethernet lassen sich nicht mit herkömmlichen Kurzstreckenoptiken (Transceivern) realisieren, die VCSELs (Vertical Cavity Surface Emitting Lasers) über eine Standard-Seriellverbindung nutzen. Bei einer Seriellverbindung wird eine Faser zum Senden und die andere zum Empfangen verwendet. Dies ist die gängigste Duplexverbindung in der Glasfaserverkabelung.
Hier kommt die „Paralleloptik“ ins Spiel – dabei werden mehrere Glasfasern gebündelt, um jeweils mehrere 10G-Signale zu übertragen. Bei 40G werden vier 10G-Fasern zum Senden und vier 10G-Signale zum Empfangen (Rx und Tx) verwendet. Dieses kurze Video erklärt die Funktionsweise hervorragend.
Wie wird sich dies auf die Verkabelungswelt auswirken?
Die meisten Glasfaserinfrastrukturen in Rechenzentren basieren auf einem Duplex- oder seriellen Verbindungssystem. LC-, SC- und ST-Steckverbinder sind weit verbreitet. Für 40/100-Gbit/s-Ethernet-Geschwindigkeiten ist ein Wechsel zum MTP-Standard erforderlich (sofern nicht teure LX-Optiken verwendet werden, die für die meisten Anwender zu kostspielig sind).
Das stellt die Verkabelungsinfrastruktur komplett auf den Kopf. MTPs müssen unbedingt mit einbezogen werden – und zwar so früh wie möglich! Oft wird neue Hardware angeschafft, die Verkabelung aber erst im Nachhinein bedacht. Wer in diesem Fall Multimode-Glasfaser verwenden möchte, erlebt eine böse Überraschung. Informieren Sie sich gründlich, bevor Sie jetzt in neue Kabel investieren … es wird sich später auszahlen!













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