Das Sprichwort besagt, dass viele Wege nach Rom führen, und das trifft auch auf die NSA und ihre Methoden zum Abhören globaler Kommunikation zu. In den jüngsten Enthüllungen von Ed Snowden, dem meistgesuchten Ex-Auftragnehmer der Welt, wird deutlich, dass nicht nur Technologiekonzerne wie Google und Microsoft bereitwillig mit den Geheimdiensten zusammenarbeiten – sie sind auch durchaus in der Lage, sich selbst zu helfen, indem sie sich in das „Rückgrat des Internets“ einklinken und riesige Datenmengen aus den Unterseekabeln abgreifen, die das Internet am Laufen halten.
Ein Bericht im Magazin „The Atlantic“ beschreibt detailliert, wie britische Geheimdienste zwei Programme mit den Namen „Global Telecoms Exploitation“ und „Mastering the Internet“ betreiben, die mitunter recht offensichtlich klingen. Die Programme ähneln angeblich PRISM und sind Teil einer größeren Operation namens „Project Tempora“. Laut von Snowden geleakten Dokumenten sammelt Tempora täglich unglaubliche 21 Millionen Gigabyte an Daten, die anschließend einen Monat lang gespeichert und analysiert werden.
The Atlantic beschreibt, wie diese Daten anschließend zwischen dem britischen GCHQ und der NSA ausgetauscht werden, wobei über 550 Analysten in Vollzeit damit beschäftigt sind, sie auszuwerten. In diesem Fall ist das Risiko für unsere Privatsphäre jedoch noch größer als bei den Daten, die die NSA über PRISM sammelt, denn das Anzapfen von Unterseekabeln ermöglicht es den Geheimdiensten, den gesamten Inhalt der Kommunikation zu erfassen, nicht nur die Metadaten.
Im Gespräch mit dem Sicherheitsanalysten Jacob Appelbaum schildert Ed Snowden, wie das GCHS sogar noch „schlimmer als“ die NSA sei, da sein System alle Daten wahllos aufsaugt, unabhängig davon, wem sie gehören oder was der Inhalt dieser Daten ist.
„Wenn Sie die Wahl hätten, sollten Sie niemals Informationen über britische Leitungen oder britische Server senden“, erklärte Snowden.
Die genaue Methode, mit der GCHQ diese Daten erfasst, ist noch immer Gegenstand von Diskussionen. The Atlantic vermutet jedoch, dass dabei sogenannte „Abfangsonden“ zum Einsatz kommen, die an verschiedenen Stationen in Großbritannien installiert sind. Diese kleinen Geräte sollen das über ein Glasfaserkabel gesendete Licht auffangen, es an einem Prisma reflektieren, kopieren und anschließend wieder freigeben.
Ein US-amerikanischer Regierungsauftragnehmer namens Glimmerglass hat wahrscheinlich zumindest einen Teil der Technologie bereitgestellt, die GCHQ diese Operationen ermöglicht. Aviation Week berichtete, dass das Unternehmen bereits 2010 ähnliche Abhörmaßnahmen im Auftrag der US-Regierung durchführte. Darüber hinaus hat Glimmerglass zuvor
Es handelt sich hierbei jedoch um eine relativ neue Technologie. Zuvor war der Zugang zu Unterseekabeln nur durch direktes Anzapfen möglich. Zu diesem Zweck wurde offenbar das U-Boot USS Jimmy Carter umgerüstet. Das U-Boot greift anscheinend an sogenannten Regenerationspunkten auf die Kabel zu, wo deren Signal verstärkt wird und die Kabel nicht mehr gebündelt, sondern einzeln angesteuert werden können.












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