Der Anschluss eines Gebäudes an ein Glasfaser- oder Koaxialnetz kann äußerst komplex sein. Bei der Planung der Installation müssen die Umgebungs- und topografischen Gegebenheiten berücksichtigt, die beste Installationsmethode ausgewählt und die passende Ausrüstung bestimmt werden.
Anschließend muss der Plan umgesetzt werden, im Wesentlichen ein Tiefbauprojekt, um sicherzustellen, dass das Kabel sein Ziel erreicht. Dies kann die Wiederverwendung bestehender Leerrohre oder die Schaffung völlig neuer Leitungswege in und um Gebäude herum beinhalten.
Doch damit ist die Arbeit noch nicht abgeschlossen, und der vielleicht wichtigste Schritt steht noch bevor: das Testen. Dadurch lässt sich nicht nur die korrekte Funktion der Verbindung überprüfen, sondern vor allem ihre Zuverlässigkeit, die Einhaltung der relevanten Branchenstandards und die Akzeptanz durch den Netzwerkbetreiber sicherstellen. Dies sollte bei allen Installationen obligatorisch sein, selbst wenn der Netzwerkbetreiber es nicht vorgeschrieben hat.
Die Testphase bei der Installation von Glasfasernetzen kann in drei Phasen unterteilt werden:
1. Sichtprüfung
Beginnen Sie den Prozess mit einem Rundgang um die Anlage und überprüfen Sie den Kabelverlauf (soweit sichtbar), dessen Anfangs- und Endpunkt, die Kabelwege und alle Technikräume. Achten Sie auf Mängel an der Installation selbst, prüfen Sie, ob die spezifizierten Materialien und Geräte verwendet wurden (unerlässlich für die Einhaltung der Branchenstandards) und stellen Sie sicher, dass die Planung, die Spezifikationen und die relevanten Sicherheitsvorschriften eingehalten wurden. Beheben Sie alle Mängel oder vermerken Sie notwendige Änderungen im Plan. Prüfen Sie die Kabelverlegung, die Art und den Ort der Anschlüsse, die korrekte Erdung und den Potenzialausgleich sowie die Gesamtqualität der Infrastruktur.
Bei Glasfaserkabeln ist besonderes Augenmerk auf die Steckerenden zu legen, da selbst kleinste Mengen Staub oder Schmutz die Leistung erheblich beeinträchtigen können. Reinigen Sie daher regelmäßig alle Stecker mit Reinigungswerkzeugen oder hochwertigen, fusselfreien Tüchern (idealerweise in Reinraumqualität) und reinem Isopropylalkohol (IPA).
Abschließend ist sicherzustellen, dass alle Komponenten korrekt beschriftet und in einem permanenten Datensatz erfasst wurden – und dass die Beschriftungen so angebracht sind, dass sie sicher, aber dennoch im Falle weiterer Kontrollen sichtbar sind.
2. Technische Prüfung
Nach der visuellen Überprüfung muss die korrekte Funktion des Netzwerks getestet werden. Die hierfür benötigte Ausrüstung hängt natürlich vom Netzwerktyp ab. Bei Glasfasernetzen ist die optische Dämpfung (oft auch als dB-Dämpfung oder Dämpfung bezeichnet) der wichtigste Messparameter, da eine hohe optische Rückflussdämpfung (ORL) die korrekte Übertragung des Lasers im System beeinträchtigen kann. Dies ist besonders kritisch bei Systemen mit Wellenlängenmultiplexverfahren.
ThinkstockPhotos-server.jpg Es empfiehlt sich, die Dämpfung einzelner Komponenten wie Steckverbinder, Kabel und Spleiße mit einem optischen Zeitbereichsreflektometer (OTDR) zu messen und die Ergebnisse zu dokumentieren. Dies hilft nicht nur, potenzielle Fehler aufzudecken, die von einem OLTS-Gerät mit End-to-End-Messungen möglicherweise übersehen werden, sondern lokalisiert vor allem Probleme mit bestimmten Komponenten und erleichtert so die Fehlersuche. Zudem haben Sie so einen Prüfpfad, falls sich die Systemleistung im Laufe der Zeit verschlechtert. Der TIA/TSB-140-Standard schreibt vor, dass jede Glasfaserverbindung mit einem optischen Dämpfungsmessgerät (OLTS) getestet wird. Verwenden Sie ein optisches Leistungsmessgerät und eine Lichtquelle (Laser für Singlemode, LED für Multimode), um die Dämpfung zu messen und anschließend zu prüfen, ob sie innerhalb der zulässigen Parameter liegt. Bei zu hohen Dämpfungswerten sollten Sie zuerst die Steckverbinder und dann den Kabelverlauf überprüfen. Auch zu eng um eine Ecke gezogene Kabel, die die Mindestbiegeradien nicht einhalten, können zu hohen Dämpfungswerten führen.
3. Dokumentieren Sie die Arbeit
Der letzte Schritt beim Testen ist die vollständige Dokumentation. Denn ohne Nachweis über die durchgeführten Tests lässt sich deren Durchführung nicht beweisen.
Vor Beginn der Tests stimmen Sie das Dokumentationsformat mit dem Kunden ab oder übernehmen Sie dessen Unternehmensstandard, um sicherzustellen, dass alle Anforderungen erfüllt werden. Die Dokumente müssen klar verständlich sein und genau beschreiben, was, wie, wann, wo und von wem getestet wurde. Achten Sie besonders auf die Einhaltung nationaler und internationaler Normen (z. B. Brandschutzbestimmungen), da diese für Versicherungszwecke relevant sein können.
Das zunehmende Tempo des FTTH-Ausbaus erhöht den Druck, die Installationen so schnell wie möglich abzuschließen. Dies sollte jedoch nicht auf Kosten eines ordnungsgemäßen Testverfahrens gehen, das das Netzwerk zertifiziert, die Einhaltung der Vorschriften dokumentiert und potenziellen zukünftigen Problemen vorbeugt.












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